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16.11.2011 - VBE zur Schulstatistik: Unterrichtsausfall glatt verdoppelt!
Schlagwort: Unterrichtsversorgung
VBE zur Schulstatistik: Struktureller Unterrichtsausfall glatt verdoppelt! / Sparkurs der Landesregierung ist endgültig auch in der Bildungspolitik angekommen

 „Die heute von Bildungsministerin Doris Ahnen vorgestellte Schulstatistik dokumentiert mit einem Defizit von 2,4% eine Verschlechterung der Unterrichtsversorgung um das Doppelte gegenüber dem Vorjahr. Dadurch fehlen weitere 500 Lehrer an den Schulen - über die schon jetzt fehlenden Stellen hinaus. Spätestens mit dieser Schulstatistik ist der Sparkurs der Landesregierung auch in der Bildungspolitik angekommen - allen gegenteiligen Beteuerungen zum Trotz.

Wenn dann noch berücksichtigt wird, dass die für die Schulstatistik Ende August erhobenen Daten eine Vielzahl von Vertretungsverträgen enthalten, die aber nur bis zum 16. September befristet waren, könnte die tatsächliche Situation noch dramatischer aussehen. Denn die Vertretungsverträge wurden nach unseren Recherchen nicht im gleichen Umfang 1:1 verlängert.

Tatsächlich sagt die Schulstatistik nur wenig über den echten Unterrichtsausfall im Schulalltag aus. Was wirklich zählt ist, was an den Schulen ankommt. In den vergangenen Jahren war das tatsächliche Defizit regelmäßig doppelt so hoch gegenüber dem von der Landesregierung im Rahmen der Schulstatistik angegebenen Wert.

Der VBE fordert von der Landesregierung nicht nur Transparenz der Daten, sondern schlicht eine den schulpolitischen Ansprüchen gerechte Unterrichtsversorgung. Und die ist zurzeit wirklich nicht mehr vorhanden!“

Mit dieser Stellungnahme äußerte sich der Landesvorsitzende der Lehrergewerkschaft VBE, Johannes Müller, zu der heute von Bildungsministerin  Doris Ahnen vorgestellten Schulstatistik für die rheinland-pfälzischen Schulen im Schuljahr 2011/2012. Ein Schwerpunkt dieser Statistik sind Angaben zum Stand der Unterrichtsversorgung an den Schulen.

Der VBE-Landeschef bezog sich auch auf den diesjährigen Bericht der Landesregierung zum temporären Unterrichtsausfall, der auf Beschluss des Landtags jährlich auf Basis einer landesweiten Stichprobe zum faktischen Unterrichtsausfall dem Landtag vorzulegen ist. Dieser Bericht dokumentiert einen durchschnittlichen Unterrichtsausfall von 2,69 %, was mehr als  1.000 Lehrerstellen entspricht. Bildungsministerin Ahnen hatte vor Jahresfrist für die allgemeinbildenden Schulen ein durchschnittliches strukturelles Defizit von 1,2% angegeben. Jetzt liegt dieses Defizit bei 2,4%. Bei gleicher Tendenz könnte sich demnach der tatsächliche Unterrichtsausfall im Schulalltag auf ca. 5% erhöhen.

 „Von einer guten Unterrichtsversorgung kann aus Sicht des VBE keine Rede sein“, so der VBE-Landeschef. „Dazu wäre die Einstellung von mindestens 1.000 zusätzlichen Lehrkräften nötig! Da die Landesregierung als Effekt aus der demografischen Rendite aber lediglich 1.000 von 3.000 möglichen Lehrerstellen zur Verfügung stellen will, ist bestenfalls eine Normalisierung, nicht aber eine Verbesserung der Bildungsversorgung zu erwarten.“

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