„Der VBE Rheinland-Pfalz spricht sich grundsätzlich für eine umfassende Lernmittelfreiheit aus, die alle Schülerinnen und Schüler erfasst. Der VBE sieht in der Neuregelung – insbesondere auch vor dem Hintergrund der finanziellen Möglichkeiten - durchaus einen Weg, die bisherige Situation im Sinne betroffener Eltern zu verbessern.
Doch bei allen positiven Effekten, die für Familien mit der erweiterten Lernmittelausleihe verbunden sind, treten in der Praxis Probleme auf, die aus Sicht des VBE Wirkung und Erfolg des Programms beeinträchtigen.
Aus unserer Sicht ist darüber hinaus noch nicht abschließend geklärt, ob die Neuregelung der Lernmittelausleihe nicht doch zu mehr bürokratischem Aufwand an den Schulen führt, ohne dass dieser ausgeglichen werden könnte. Es muss sichergestellt werden, dass die ohnehin nur unzureichend vorhandenen Sekretariatsstellen nicht zusätzlich für die Verwaltung der Lernmittelausleihe herangezogen werden.“
Der Landesvorsitzende der Lehrergewerkschaft VBE, Johannes Müller, kommentierte heute in Mainz anlässlich der am gleichen Tag der Öffentlichkeit durch Bildungsministerin Doris Ahnen vorgestellten Elternbroschüre die Neuregelung der Schulbuchausleihe, die zum Schuljahr 2010/2011 wirksam werden soll.
Der VBE-Landeschef nannte als drängendste Probleme, die noch zu lösen seien:
1. Die Eltern haben zum Teil keinen Online-Zugang oder kennen sich nicht damit aus. Dies wird Anfang Mai mit Bestimmtheit zu größeren Problemen führen.
2. Die Eingabe einer Neuanmeldung für die Schulbuchausleihe muss für die Schulen doppelt erfolgen: Zum einen in das Schulverwaltungsprogramm und zum anderen in das LMF-Portal. Offensichtlich gibt es keine Schnittstelle, um eingegebene Daten aus der Schulverwaltung in das Ausleihsystem zu übertragen.
3. Bei einer kompletten Umstellung auf neue Bücher für alle Schüler einer Schule (gleiche Bücher in Hauptschul- und Realschulzweig in den Klassen 7 bis 10), erweist es sich als problematisch, dass für manche Fächer keine Bücher vorhanden sind (z. B. Geschichte, Chemie und weitere Nebenfächer).
Der VBE-Landesvorsitzende hatte bereits in einem Schreiben an Bildungsministerin Ahnen auf die Probleme hingewiesen. Johannes Müller. „Der VBE ist sicher, dass die Effizienz des Systems und die Akzeptanz der Neuregelung durch die Behebung der genannten Probleme verbessert werden können.“