17.06.2010 - VBE zum Bildungsbericht 2010: An der Bildung darf nicht gespart werden!
Schlagwort: Bildungsbericht 2010
Zu viele ohne Berufsabschluss – ein Grund mehr, nicht an der Bildung zu sparen! / Abschaffung des alten Hauptschulabschlusses („Berufsreife“) ist überfällig / VBE fordert bessere pädagogische Prävention durch mehr individuelle Förderung

„Ein Grund mehr, warum nicht an der Bildung gespart werden darf: Der heute in Berlin veröffentlichte nationale Bildungsbericht 2010 offenbart eine miserable Ausbildungssituation unter den jungen Erwachsenen im Alter zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr.

Dass jeder sechste junge Erwachsene keinen Berufsabschluss hat, ist aus Sicht des VBE eine riesige Hypothek für das Sozialsystem der Gesellschaft. In wirtschaftlich schwierigen Zeiten sind Beschäftigte ohne Ausbildung als Erste  und am Häufigsten von Arbeitslosigkeit und deren Folgen betroffen.

Unser Bildungssystem muss dieser Entwicklung frühzeitiger als bisher gegensteuern.  Notwendig sind bereits in der Schule mehr Hilfen für eine gezielte individuelle Förderung und eine bessere Abstimmung aller Bildungsangebote. Rheinland-Pfalz ist dabei aus Sicht des VBE auf keinem schlechten Weg. Ziel muss sein: Keiner ohne Abschluss – auch in der Berufsausbildung!“

Der Landesvorsitzende der  rheinland-pfälzischen Lehrergewerkschaft VBE, Johannes Müller, äußerte sich mit dieser Stellungnahme zur heutigen Vorstellung des nationalen Bildungsberichts „Bildung in Deutschland 2010“ durch Kultusministerkonferenz und Bundesbildungsministerium in Berlin. In dem Bericht werden zentrale Probleme des deutschen – und damit auch des rheinland-pfälzischen – Bildungswesens benannt.

Johannes Müller: „Der Bildungsbericht 2010 zeigt deutlich: Ohne Schulabschluss geht gar nichts. Aber auch der alte Hauptschulabschluss, hierzulande jetzt die „Berufsreife“, ist mehr denn je zum Makel geworden und behindert die Berufschancen!“

„Die Schulpolitik befindet sich nach wie vor in sozialer Schieflage. Der Bildungsbericht zeigt erneut, dass Deutschland noch immer großen Nachholbedarf bei der Förderung von Jugendlichen aus sozial benachteiligten Milieus hat. Es gibt noch viel zu tun, um mehr soziale Gerechtigkeit in unserem Bildungssystem zu verwirklichen“, so Johannes Müller. „Trotz der finanziellen Engpässe des Staates muss mehr in die Bildung investiert werden, denn jeder Euro in Bildung verzinst sich in der Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik um ein Vielfaches!“

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