23.06.2010 - VBE zu den Ergebnissen beim innerdeutschen Schulleistungsvergleich
Schlagwort: Schulleistungstests
VBE zum Schulleistungsvergleich unter den Ländern: Weniger Licht und mehr Schatten! / Johannes Müller: „Wir haben uns an die Testeritis gewöhnt!" / VBE fordert mehr Geld für eine sozial gerechte Bildungspolitik

„Wenn Rheinland-Pfalz beim aktuellen Schulleistungsvergleich unter den Ländern besonders gut abschneidet, ist das zwar zunächst erfreulich, sollte aber über die vorherrschenden Mängel an unseren Schulen nicht hinwegtäuschen. Die Ergebnisse zeigen aus Sicht des VBE deshalb auch weniger Licht und mehr Schatten.

Nach wie vor fällt viel zu viel Unterricht aus, gerade an den weiterführenden Schulen. Das gilt vor allem in naturwissenschaftlichen Fächern, aber auch in Sport und Religion, Fächern also, die im Rahmen des Schulleistungsvergleichs gar nicht abgetestet wurden. Insofern konnten sich Mängel wie der grassierende Unterrichtsausfall auch kaum im Testergebnis niederschlagen!“

Der Landesvorsitzende der  rheinland-pfälzischen Lehrergewerkschaft VBE, Johannes Müller, reagierte mit dieser Stellungnahme in Mainz auf die heutige Veröffentlichung der Ergebnisse des aktuellen innerdeutschen Schulleistungsvergleichs durch die Kultusministerkonferenz in Berlin.

Johannes Müller: „Völlig unbefriedigend ist aus Sicht des VBE, dass sich an der milieubedingten Abhängigkeit des Bildungserfolgs unserer Schülerinnen und Schüler im Prinzip wenig geändert hat - auch wenn in Rheinland-Pfalz eine leichte Entschärfung eingetreten ist.“ Das gelte insbesondere für Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund. „Offensichtlich will die Politik das Schulsystem weiterhin zur sozialen Sortierung unserer Gesellschaft missbrauchen“, so der VBE-Landeschef. „Die Schulpolitik muss endlich mehr Geld in die Hand nehmen, um mehr Chancengleichheit für alle Kinder und Jugendlichen zu schaffen - auch hier!“

Der VBE-Landesvorsitzende räumte ein, dass man sich an den rheinland-pfälzischen Schulen offensichtlich an die Testeritis der „empirischen Durchleuchtung“ gewöhnt habe und den Vergleichstests weniger aufgeregt begegne. Das gelte für die Schüler ebenso wie für die Lehrkräfte. Johannes Müller: „Wer mit mehr Ruhe und Gelassenheit an seine Aufgaben herangeht, kommt in der Regel zu besseren Ergebnissen!“

Abschließend verwies der VBE-Landesvorsitzende auf die Schulstrukturreform in Rheinland-Pfalz, in der er auch einen Beitrag zu mehr Chancengleichheit und besserem Bildungserfolg für mehr Jugendliche sehe.

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