28.06.2010 - VBE: Die zweijährige Fachoberschule greift zu kurz
Schlagwort: Schulstrukturreform
VBE zur Schulstrukturreform: Die pädagogische Ausstattung muss besser werden / Die Fachoberschule greift mit nur zwei Jahren zu kurz / Soziale Ungleichheit spaltet die Lehrerschaft

 „Bei der rheinland-pfälzischen Schulstrukturreform bestehen durch das jahrelange Verschleppen der schulpolitischen Probleme besondere Bedingungen, auf die auch mit besonderen Lösungen angemessen reagiert werden muss. Die Reform ist deshalb erst dann auf einem guten Weg, wenn die pädagogische Ausstattung der betroffenen Schulen besser wird. Das heißt vor allem: Keine Klasse an der Realschule plus darf mehr als 25 Schüler zählen – und nicht wie heute 30 und mehr ab Klassenstufe 7.

Ein wichtiger Schritt wäre auch der flächendeckende Einsatz von teamteaching  mit zwei Lehrkräften in einer Klasse. So lassen sich Lernprobleme der Schüler unmittelbar anpacken, und kein Schüler wird ausgesondert. Das würde dem Unterricht an der Realschule plus mehr drive geben und die Lernleistungen der Schüler nachhaltig verbessern.“

Mit dieser Stellungnahme äußerte sich der Landesvorsitzende der Lehrergewerkschaft  VBE, Johannes Müller, zur Pressekonferenz mit Bildungsministerin Doris Ahnen am heutigen Tage (28. Juni 2010) in Mainz zur Einführung der Fachoberschulen an den Realschulen plus und zur weiteren Entwicklung der Schulstrukturreform in Rheinland-Pfalz.

„Der VBE hätte begrüßt, wenn mehr Anträge auf Einrichtung von Fachoberschulen genehmigt worden wären. 12 Einrichtungen von 32 Anträgen könnte man auch als schulpolitische Klatsche bezeichnen“, so der VBE-Landeschef. Die Landesregierung hätte an mehr Schulstandorten ein besseres pädagogisches Angebot schaffen können. „Wir halten die Entscheidung der Bildungsministerin für inkonsequent.“

Johannes Müller weiter: „Die Realschulen plus werden mit den Gymnasien und den Gesamtschulen nur auf Augenhöhe konkurrieren können, wenn die Fachoberschule die allgemeine Hochschulreife, also das Abitur vergibt. Deshalb fordert der VBE für alle Fachoberschulen ein weiteres Schuljahr, damit die Realschule plus bei der Schullaufbahnentscheidung der Eltern nicht zweite Wahl ist.“

„Der Stachel in der Schulstrukturreform bleibt, dass Haupt- und Realschullehrkräfte für gleiche Arbeit unterschiedlich bezahlt werden“, so der VBE-Landesvorsitzende. Die Einführung der Realschule plus  habe die soziale Spaltung in der Lehrerschaft verschärft. „Diese soziale Spaltung der Kollegien in den Realschulen plus stellt die Schulstrukturreform von Anfang an auf eine harte Probe“, so Johannes Müller. „Eine Schule, deren Kollegien sozial gespalten ist, kann auf Dauer nicht sozial integrierend wirken! Der VBE fordert deshalb mit allem Nachdruck: Gleiches Geld für gleiche Arbeit - die Gleichstellung aller Lehrkräfte an den Realschulen plus muss kommen!“

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