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Bildungspolitik: Besondere Sprachförderung für Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund

22.02.2018

Sprachliche Förderung im Regelunterricht führt nachweislich zu größeren Erfolgen

Gerhard Bold: „Kinder mit Migrationshintergrund haben ein Recht auf Integration!“ / VBE fordert: Sprachförderung muss in jedem Fachunterricht möglich sein

Ein aktueller Antrag an den rheinland-pfälzischen Landtag fordert eigene Deutschklassen für Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund bevor der Regelunterricht besucht werden kann. Dieser Antrag vom 22. Februar 2018 widerspricht unter anderem den Bestrebungen der amtierenden Landesregierung.

Valerie Schumann, Fachreferentin für Sprachförderung und Migrationspädagogik des VBE Rheinland-Pfalz, kritisiert: „Die Verwaltungsvorschrift ,Unterricht von Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund‘ sieht das Recht auf sprachliche Förderung vor. Zum Beispiel in Deutschintensivkursen, die parallel zum Regelunterricht stattfinden. Der Besuch des Regelunterrichts und damit die alltagsintegrierte Förderung in innerer Differenzierung ist elementar für die Kinder, die von Schülerinnen und Schülern mit Deutsch als Muttersprache lernen können. Neben der Erfahrung zeigen alle aktuellen Studien zum Zweitspracherwerb, dass die Teilhabe am ,Sprachbad‘ – quasi in der deutschen Sprache zu baden, mitzuschwimmen – in der Umgebung deutschsprachiger Kinder zu größeren Lernerfolgen führt als die Separierung in Deutschkurse. Essentiell für einen gelingenden Zweitspracherwerb ist neben der Sprachförderung auch die Stärkung der Muttersprache.“
Das im Antrag zitierte Programm „Deutsch vor Regelunterricht“, das vor Kurzem von der österreichischen Regierung verabschiedet wurde, sieht im Übrigen genau das vor: Eine intensive sprachliche Förderung parallel zum Besuch des regulären Fachunterrichts.

Der Landesvorsitzende des VBE Rheinland-Pfalz, Gerhard Bold, kritisiert zudem die Absicht des Antrags, Integration zu verhindern: „Kinder haben das Recht auf Integration in das Schulwesen und damit in die Gesellschaft. Das schließt per se schon separierten Deutschunterricht für Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund aus! Zudem stärkt der gemeinsame Unterricht die Fähigkeit, mit Menschen verschiedener Sprachen und Kulturen zu lernen und mit ihnen zu leben.“

Die aktuelle und brisante Debatte nach den schlechten Ergebnissen der IQB-Studie sowie der Bertelsmann-Stiftung dokumentieren den akuten Handlungsbedarf an rheinland-pfälzischen Grundschulen. Die Experten des VBE Rheinland-Pfalz sind sich einig und fordern die Bereitstellung von Lehrerwochenstunden, um u.a. durch Team-Teaching eine angemessene Förderung von allen Schülerinnen und Schülern gewährleisten zu können. „Neben der besonderen Sprachförderung muss auch die sonderpädagogische Förderung durch ausreichend qualifiziertes Personal erfolgen. Und das kann nur gelingen, wenn unsere Kolleginnen und Kollegen an den Grundschulen personell unterstützt werden. Und nur so kann auf die wachsende Heterogenität und den damit verbundenen Herausforderungen reagiert werden.“ so Bold weiter. „Die Forderung des VBE Rheinland-Pfalz nach A 13/E 13 für Grundschullehrerinnen und -lehrer bleibt mehr denn je bestehen – die Landesregierung muss endlich diesen höchst anspruchsvollen Beruf auch finanziell anerkennen!“

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