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VBE Rheinland-Pfalz

Grundschule: Flüchtlingsintegration ist eine Herausforderung auf Jahre

21.04.2016

„Atempause“ muss zur Festigung der Integrationsmöglichkeiten genutzt werden

„Der Rückgang der Flüchtlingszahlen in den letzten Wochen sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Hauptaufgabe der schulischen Integration von Kindern und Jugendlichen aus Flüchtlingsfamilien noch vor uns liegt. Dies gilt insbesondere an den Grundschulen, die alle Kinder aufnehmen, unabhängig von sozialer oder ethnischer Herkunft.

Die aktuelle „Atempause“ bei der Flüchtlingsentwicklung muss deshalb dazu genutzt werden, die Integrationsmöglichkeiten zu sichern und die besonderen Fördermaßnahmen gezielt auszubauen. Pädagogische Investitionen von heute ersparen hohe Sozialkosten von morgen.

Der VBE Rheinland-Pfalz fordert die Landesregierung dazu auf, die Chance zu nutzen und jetzt bessere Voraussetzungen für die kulturelle und soziale Integration an den Schulen zu schaffen. Der Schlüssel ist die Sprachförderung, und dafür brauchen wir mehr Personal.“

Der Landesvorsitzende der rheinland-pfälzischen Lehrergewerkschaft VBE, Gerhard Bold, äußerte sich am Donnerstag (21. April 2016) vor dem Hintergrund der rückläufigen Flüchtlingszahlen zur aktuellen Situation der Integrationsmaßnamen für Flüchtlingskinder an den 968 Grundschulen in Rheinland-Pfalz.

Der VBE-Landeschef wies darauf hin, dass ein wesentlicher Teil der schulischen Integration durch pädagogische Förderung und soziale Betreuung von den Grundschulen in Rheinland-Pfalz geleistet werde. Ihre Möglichkeiten und Mittel seien nach wie vor begrenzt. Dies habe auch die landesweite VBE-Umfrage an den Grundschulen ergeben, deren Ergebnisse im Frühjahr veröffentlicht wurden.

Danach erhalten Flüchtlingskinder zu 50 % nicht die erforderlichen Sprachintensivkurse. Über 90% der Grundschulen gaben an, dass sie keine externe Unterstützung beim Umgang mit traumatisierten Kindern erhalten. An Runden Tischen sind Grundschulen überwiegend nicht beteiligt. Gerhard Bold: „ Seitdem hat es keine gravierenden Verbesserungen gegeben. Die Chance dazu besteht aber jetzt bei rückläufigen Zahlen. Die Landesregierung hat lediglich der VBE-Forderung nach einer gerechten tariflichen Bezahlung der Sprachförderlehrkräfte entsprochen. Im Übrigen weiß niemand, wie sich die Situation im Sommer entwickelt.“

Um die Möglichkeiten der Kinder und Jugendlichen aus Flüchtlingsfamilien zu verbessern oder überhaupt zu ermöglichen, schlägt der VBE einen zehn-Punkte-Katalog vor:
• Vertragsmittel für Deutschintensivkurse aufstocken;
• zusätzliche Lehrerwochenstunden für die Sprachförderung bereitstellen;
• kulturelle Integration zur Priorität machen;
• Feriensprachkurse und Hausaufgabenhilfen ausbauen;
• Erstaufnahmeeinrichtungen mit Lehrkräften versorgen;
• neue Organisationsstrukturen durch neue Koordination der Integrationshilfen schaffen;
• Runde Tische wirklich „rund“ machen;
• Personalressourcen sichern und Universitäten einbinden;
• Zertifizierungsmöglichkeiten für erworbene Sprachkenntnisse schaffen;
• Stärkung der Herkunftssprachen.

 
 
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