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VBE Rheinland-Pfalz

forsa-Schulleitungsumfrage zu „Berufszufriedenheit, Lehrkräftemangel, Digitalpakt“ veröffentlicht

20.03.2020

VBE-Umfrage zeigt: Mangel demotiviert Schulleitungen

Am heutigen Freitag, 20. März 2020, wurden die Ergebnisse der repräsentativen forsa-Umfrage zur Berufszufriedenheit von Schulleitungen vom VBE-Landesvorsitzenden, Gerhard Bold, vorgestellt. In Rheinland-Pfalz wurden 114 Schulleiterinnen und Schulleiter befragt (bundesweit 1.302), damit liegen nach 2019 nun zum zweiten Mal länderspezifische Ergebnisse vor.


Gerhard Bold, Landesvorsitzender des VBE Rheinland-Pfalz, fasste die Ergebnisse der forsa-Umfrage zusammen: „Erneut fällt die enorme Bandbreite der Themen auf, die als die größten Probleme in der Schule benannt werden. Die Aufgaben für die Kolleginnen und Kollegen nehmen beinahe täglich zu – und damit auch die Probleme. Eine traurige Konstanz ist und bleibt der Mangel: An Lehrkräften, Zeit und Unterstützung seitens der Politik. Und eben dieser Mangel ist im Überfluss vorhanden und demotiviert die Schulleitungen, ihren Beruf so auszuüben, wie sie es sich wünschen.


In Rheinland-Pfalz sowie im gesamten Bundesgebiet sind die Herausforderungen von Schulleitungen gleich bzw. vergleichbar: Lehrkräftemangel, die hohe Arbeitsbelastung, Zeitmangel, Inklusion und Integration… die Liste ließe sich noch lange fortführen. 90 % der befragten Schulleitungen sehen eben dieses stetig wachsende Aufgabenspektrum als größten Belastungsfaktor an. An zweiter Stelle liegt mit 82 % die Kritik, dass Politiker den tatsächlichen Schulalltag bei ihren Entscheidungen nicht ausreichend beachten. Es ist höchste Zeit, endlich für eine Entlastung der Schulleitungen zu sorgen, Schulverwaltung langfristig neu zu denken und Unterstützung für das gesamte Kollegium zu schaffen. Die Ergebnisse der forsa-Umfrage bestärken uns in unseren Forderungen, die wir nicht müde werden zu betonen und solange in der Politik vortragen werden, bis sie auch umgesetzt werden. Die Schlinge um den Hals der Bildungspolitik wird immer enger – es ist allerhöchste Zeit, zu handeln!“

Um mit der Aufgabenfülle besser umgehen zu können, votieren über 80 Prozent der Schulleitungen für mehr Anrechnungsstunden zur Erfüllung besonderer Aufgaben, für eine bessere personelle Ausstattung mit pädagogischen Fachkräften und für eine Erhöhung der Leitungszeiten bei allen Schulen. Außerdem finden knapp drei Viertel der Schul¬leitungen eine gesicherte Stellvertretungsregelung und die erweiterte Schulleitung für wichtig. Dazu bemerkt der Bundesvorsitzende des VBE, Udo Beckmann: „Wie in jedem anderen Bereich gilt auch für Schulleitung, dass Verantwortung besser getragen werden kann, wenn sie sich auf mehreren Schultern verteilt und projektbezogen weitere Expertise hinzugenommen werden kann. Dafür braucht es dann Möglichkeiten, dies aber auch finanziell wertzuschätzen.“

Lehrkräftemangel und der Ruf nach multiprofessionellen Teams
Im Vergleich zum Vorjahr hat sich auf beim Lehrkräftemangel wenig getan: Weiterhin 42 % der Schulleitungen haben an der Schule mit Lehrkräftemangel und unbesetzten Stellen zu kämpfen, dabei sind 8 % der eigentlich zur Verfügung stehenden Stellen zurzeit nicht besetzt. Als Gründe sehen die befragten Schulleitungen u. a. die Besoldungsnachteile in Rheinland-Pfalz (73 %), zahlenmäßig zu wenige Bewerber (65 %), die unattraktive Lage der eigenen Schule (45 %) sowie die nicht ausreichende Qualifizierung der Bewerber (30 %).

Eine große Entlastung sehen sowohl der VBE Rheinland-Pfalz als auch die Kolleginnen und Kollegen in dem Einsatz multiprofessioneller Teams zur Unterstützung der Lehrkräfte. In nur 41 % der Schulen sind Schulpsychologinnen, Sozialarbeiter, Erzieherinnen und weitere Professionen bereits Bestandteil des Kollegiums – 90 % der befragten Schulleitungen wünschen sich den Einsatz multiprofessioneller Teams an ihren Schulen, sofern es sie dort noch nicht gibt.

Dauerbaustelle Digitalisierung
Ein weiterer Fragenpool der forsa-Umfrage beschäftigte sich mit dem Thema Digitalisierung. Bei der Verfügbarkeit von Breitbandinternet und WLAN hat sich lediglich eine Verbesserung der Werte um einen Prozentpunkt ergeben; Klassensätze an Tablet-PC und Smartphones bleiben Mangelware. Die befragten Schulleitungen kritisierten zudem die Informiertheit über Regelungen zum Abruf von Mitteln aus dem Digitalpakt: Lediglich 9 % sehen sich sehr gut, 52 % immerhin gut informiert. Entsprechend haben erst 55 % der Schulen bereits einen Antrag zur Förderung mit Mitteln des Digitalpakts gestellt.

Bewertung der Schulpolitik
Am Ende der Umfrage wurden die Schulleitungen gebeten, die Schulpolitik mit Noten zu bewerten. Die Note 1 – sehr gut – wurde weder in Rheinland-Pfalz noch im Bundesdurchschnitt vergeben. Rundet man die Noten, wie es in der Schule üblich ist, so bekommen sowohl das Land als auch der Bund nur ein ausreichend im Zeugnis ausgestellt – beide Bewertungen haben sich gegenüber dem Vorjahr deutlich verschlechtert.

Die Forderungen des VBE Rheinland-Pfalz:

  • Entlastung der Schulleitungen von Aufgaben, auch durch Verwaltungsfachkräfte (ohne sie jedoch auf Lehrerstellen anzurechnen),
  • Unterstützung durch Schulleitungsteams und finanziellen Anreizen für alle jene, die hier Verantwortung übernehmen,
  • Ermöglichen, multiprofessionelle Teams zu etablieren, was sowohl Lehrkräfte als auch Schulleitung entlastet,
  • Orientierung am Schulalltag bei politischen Entscheidungen und
  • adäquate Unterstützung von Schulleitungen mit aktuellen Informationen zu allen Entscheidungen, die umzusetzen sind.


Alle Ergebnisse der Studie für Rheinland-Pfalz sowie die Charts stehen zum Download bereit. Die Ergebnisse im Bund finden Sie auf www.vbe.de

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