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VBE Rheinland-Pfalz

Bildungspolitik/forsa-Umfrage: Die Schule aus Sicht der Schulleitungen – Berufszufriedenheit im Fokus

22.03.2019

Schulleitungen vergeben nur die Note „ausreichend“ für die aktuelle Schulpolitik

Auf dem achten Deutschen Schulleiterkongress, der vom VBE veranstaltet vom 21.-23. März 2019 in Düsseldorf stattfindet, wurden am heutigen Freitag die Ergebnisse der repräsentativen forsa-Umfrage zur Zufriedenheit von Schulleitungen vom VBE-Bundesvorsitzenden, Udo Beckmann, vorgestellt. Auch in Rheinland-Pfalz wurden Schulleiterinnen und Schulleiter befragt, weshalb nach der letzten Befragung aus 2018 nun auch länderspezifische Zahlen vorliegen.
Genau 101 Schulleiterinnen und Schulleiter allgemeinbildender Schulen haben in Rheinland-Pfalz an den computergestützten Telefoninterviews teilgenommen und so die Möglichkeit gehabt, ihrem Unmut – aber auch ihrem Mut – eine Stimme zu verleihen. Abgefragt wurden dabei unter anderem die größten Probleme an den Schulen, die Arbeitszufriedenheit der Schulleitungen sowie deren Unterstützung im Arbeitsalltag, die Weiterempfehlungsbereitschaft oder auch die Bewertung der Schulpolitik.

Der rheinland-pfälzische Landesvorsitzende des VBE, Gerhard Bold, äußerte sich heute zu den Ergebnissen: „Es ist nicht verwunderlich, dass die Zahlen im Land fast gleich mit denen des Bundesdurchschnitts sind – allerorts haben Schulleitungen mit ähnlichen Problemen zu kämpfen. Besonders problematisch ist der Lehrkräftemangel: Die Schulleiterinnen und Schulleiter sind Mängelverwalter, die in einem bemerkenswerten Kraftakt dafür sorgen, dass der Schulbetrieb weiterlaufen kann. Besonders an Grundschulen gestaltet sich die Situation derzeit kritisch. Hinzu kommen Verwaltungsaufgaben, die alleine kaum noch parallel zur Unterrichtsverpflichtung und teils Klassenleitung zu stemmen sind. Da sind Gymnasien im Vorteil, die von einer breiteren Organisation profitieren und die Last auf mehrere Schultern verteilen können. An jeder rheinland-pfälzischen Schule müssen Stellvertreterinnen und –vertreter gewährleistet werden können.

Als positiv herauszuheben ist die Unterstützung der Schulleitungen durch ihre Kollegien: 92 % unserer Schulleiterinnen und Schulleiter fühlen sich in ihrer Tätigkeit durch das Lehrerkollegium unterstützt. Darauf können alle Kolleginnen und Kollegen stolz sein!
Weniger rühmlich ist die Weiterempfehlungsbereitschaft, die nur jede vierte Schulleitung ‚auf jeden Fall‘ für ihren Beruf geben würde – diese geringe Quote und die Schulnote ‚ausreichend‘ sind Anlass genug für die Politik, endlich die Arbeitsbedingungen für Schulleitungen zu verbessern!“

Dass im Bundesdurchschnitt 55 % der befragten Schulleitungen den Lehrermangel als größtes Problem sehen, kommentierte auch der Bundesvorsitzende Udo Beckmann: „Der Lehrermangel hat sich innerhalb eines Jahres deutlich verstärkt. Sagte letztes Jahr jede dritte Schulleitung, mit Lehrermangel kämpfen zu müssen, ist es jetzt jede zweite. Von den eigentlich zur Verfügung stehenden Stellen sind an den betroffenen Schulen durchschnittlich elf Prozent nicht besetzt. An mehr als jeder dritten dieser Schulen sind es sogar noch mehr. Der Mangel ist kein Randphänomen, er ist bestimmend für die Schullandschaft geworden.“

Weitere, ausgewählte Ergebnisse für Rheinland-Pfalz im Überblick:
Arbeitszufriedenheit der Schulleitungen und Unterstützung im Arbeitsalltag
Die große Mehrheit der Schulleitungen in Rheinland-Pfalz (95 %) üben derzeit alles in allem betrachtet ihren Beruf sehr gerne bzw. eher gerne aus.
Nur eine kleine Minderheit von 5 Prozent übt derzeit ihren Beruf eher bzw. sehr ungern aus. Die Schulleiterinnen und Schulleiter in Rheinland-Pfalz fühlen sich wie ihre Kolleginnen und Kollegen im Bundesgebiet in ihrer Tätigkeit vor allem durch das Lehrerkollegium unterstützt. Von Verbänden und Gewerkschaften fühlt sich knapp die Hälfte der rheinland-pfälzischen Schulleitungen unterstützt.

Mehrbelastungen durch neue Herausforderungen und Anforderungen
Gesundheitsprävention und Gesundheitsförderung

Nach ihrer Einschätzung zu Mehrbelastungen durch neue Herausforderungen und Anforderungen im Schullalltag gefragt, wie sie sich etwa durch Inklusion, Integration und andere Entwicklungen ergeben können, geben 46 Prozent der Schulleiterinnen und Schulleiter an, dass sich dadurch für fast alle Lehrkräfte an ihrer Schule Mehrbelastungen ergeben.
Rund ein Drittel der Schulleitungen meinen, dass die Zahl an Kolleginnen und Kollegen, die langfristig aufgrund von physischen Erkrankungen ausgefallen sind, in letzten Jahren zugenommen hat. Ähnlich viele (36 %) haben den Eindruck, dass Ausfälle durch psychische Erkrankungen zugenommen hätten. Knapp die Hälfte meinen, dass sie nicht genügend Möglichkeiten hätten, dazu beizutragen, dass die Lehrkräfte an ihrer Schule möglichst gesund bleiben.

Bewertung der Schulpolitik
Am Ende der Umfrage wurden die Schulleitungen gebeten, die Schulpolitik mit Noten zu bewerten. Die Note 1 – sehr gut – wurde weder in Rheinland-Pfalz noch im Bundesdurchschnitt vergeben. Rundet man die Noten, wie es in der Schule üblich ist, so bekommen sowohl das Land als auch der Bund nur ein ausreichend im Zeugnis ausgestellt.

Die Forderungen des VBE Rheinland-Pfalz:
- Mehr Anrechnungsstunden,
- Erhöhung der Leitungszeiten bei allen Schulen,
- gesicherte Stellvertretungen
- und eine deutliche Budgeterhöhung verbunden mit besserer personeller Ausstattung!


Wir haben die Ergebnisse für Rheinland-Pfalz sowie dazugehörige Charts hier für Sie verlinkt.

Die Bundesergebnisse und weitere landesspezifische Stichproben erhalten sie beim VBE Bundesverband unter www.vbe.de

Die Studie auf Basis der bundesweit repräsentativen Umfrage unter 1.232 Schulleitungen allgemeinbildender Schulen und die Stichprobe für NRW (weitere gibt es für Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz) wurden auf dem Deutschen Schulleiterkongress veröffentlicht. Dieser wurde bereits zum achten Mal gemeinsam vom Verband Bildung und Erziehung zusammen mit Wolters Kluwer Deutschland GmbH ausgerichtet. Geschäftsführer Michael Gloss sagt: „Mit mehr als 2.500 Teilnehmern jährlich ist der DSLK die größte Plattform für Schulleitungen in Deutschland. Das hochkarätige Programm mit über 100 Vorträgen & Workshops von über 120 Top-Referenten spricht hierbei für sich. Wir, die Veranstalter des DSLK demonstrierten damit einmal mehr, welche elementare Verantwortung auf den Schultern der Schulleiterrinnen und Schulleiter lastet. Umso wichtiger ist es die schulischen Führungskräfte bei den alltäglichen Herausforderungen wie Leitung & Führung, Schul- & Unterrichtsentwicklung, Qualität & Schulkultur sowie bei Digitalisierung & mediale Kompetenz zu unterstützen. Denn nur starke Schulen sind das Fundament einer erfolgreichen Zukunft.“

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