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VBE Rheinland-Pfalz

Ergebnisse der forsa-Umfrage unter Eltern und Lehrkräften zum Thema Werteerziehung veröffentlicht

09.11.2018

VBE fordert Ressourcen, Gestaltungsspielraum und Zeit für Werteerziehung

Am heutigen Freitag, 9. November 2018, wurden die Ergebnisse der repräsentativen forsa-Umfrage zum Thema Werteerziehung und Wertorientierung vom VBE-Bundesvorsitzenden, Udo Beckmann, in Berlin vorgestellt. Befragt wurden Eltern und Lehrkräfte, die deutlich zum Ausdruck brachten, wie wichtig ihnen das Thema Werteerziehung und eine Orientierung an den gesetzlich verankerten Bildungs- und Erziehungszielen in Schule sind. Mit der Umfrage will der VBE Impulse für eine Wertedebatte setzen und fordert die Etablierung eines Wertekanons.
Für die Studie wurden von der Universität Tübingen unter Leitung von Dr. Martin Drahmann und Prof. Dr. Colin Cramer in Kooperation mit forsa 1.111 Eltern schulpflichtiger Kinder sowie 1.185 Lehrerinnen und Lehrer an allgemeinbildenden Schulen befragt. Die Ergebnisse liefern erstmals einen Abgleich zwischen den Erwartungen von Eltern und den Einschätzungen von Lehrkräften zu diesem Thema. Die Befragten sahen klare Defizite bei der Umsetzung von Bildungs- und Erziehungszielen. Grund dafür sehen Eltern wie Lehrkräfte vor allem in einer unzureichenden Berücksichtigung im Lehrplan. Bezeichnend sei laut Beckmann, dass die Umsetzung bestimmter Ziele genau dort gelinge, wo diese im Lehrplan integriert seien. Eltern als auch Lehrkräfte beurteilen die praktische Auseinandersetzung mit dem jeweiligen Thema, etwa in Form von Projektwochen oder Workshops, als zweitwichtigsten Grund für das Erreichen bestimmter Werterziehungsziele.

Über 90 Prozent der Eltern geben für 8 der 16 abgefragten Bildungs- und Erzielungsziele an, dass ihnen diese (sehr) wichtig sind, über 90 Prozent der Lehrkräfte erachten sogar 12 der 16 Ziele als (sehr) wichtig. Ebenso viele vertreten die Meinung, dass auch in einer multikulturellen Gesellschaft bestimmte Werte für alle Menschen, die hier leben, gelten müssen. Daher fordert Udo Beckmann: „Schule ist ein Ort, der Schülerinnen und Schülern eine Orientierung in der Ausbildung ihrer Wertehaltung geben soll und muss. Deshalb muss für Schule ein universell geltender Wertekanon an zu vermittelnden Werten gelten.“

Gerhard Bold, Landesvorsitzender des VBE Rheinland-Pfalz, äußerte sich heute zu den Ergebnissen: „Sowohl die historischen Ereignisse dieses Datums – der Beginn der Novemberpogrome und der Fall der Berliner Mauer – als auch die aktuellen gesellschaftlichen Tendenzen machen eine Diskussion über Werte- und Demokratieerziehung so bedeutsam und notwendig – mehr denn je. Wir müssen die Signale wahr- und ernstnehmen: Eine Verrohung der Sprache, zunehmende Gewalt gegen Lehrkräfte und bedrückende, rechtsradikale Gewalttaten wie zuletzt in Chemnitz machen deutlich, dass sich unsere Gesellschaft wieder stärker an freiheitlichen-demokratischen Werten orientieren muss – allen voran der Nachwuchs, der in unseren Schulen sitzt. Daher ist es elementar, dass Werteerziehung ein Bestandteil im Unterricht sein muss: Fächerübergreifend, projekt- und praxisorientiert – mit der resourciellen und finanziellen Unterstützung der Politik.“
In der Stärkung und Unterstützung der Schulen seitens der Politik sieht VBE-Bundesvorsitzender Udo Beckmann die Chance, gerade diejenigen jungen Menschen in ihrer Entwicklung einer reflektierten Wertehaltung zu fördern, bei denen dies durch deren sozialen oder kulturellen Hintergrund nicht ausreichend gegeben ist. Nur so kann negativen Auswirkungen auf die weitere Biografie dieser jungen Menschen und der Gesamtgesellschaft entgegengewirkt werden.

„Die Politik muss die Ernsthaftigkeit ihrer Forderungen nach mehr Werte- und Demokratieerziehung an Schule belegen – mit dem notwendigen Gestaltungsfreiraum für Lehrkräfte. Werte müssen erlebt und gelebt werden, dafür braucht es weniger starre Strukturen und stattdessen mehr Flexibilität und vor allem mehr Zeit. Der sich ändernde Alltag in der Gesellschaft und damit verbunden die zunehmenden Erziehungsaufgaben für Schule müssen Platz finden im starren Korsett der Leistungsorientierung. Nur so können junge Menschen eine an der freiheitlich-demokratischen Grundordnung orientierte Wertehaltung entwickeln“, so Beckmann.

Der VBE fordert:

  • Die feste fächerübergreifende Verankerung und deutlich stärkere Priorisierung aller Erziehungs- und Bildungsziele in den Lehrplänen von Schulen und zwar fächerübergreifend.
  • Mehr Flexibilität, freie Gestaltungsräume und vor allem mehr Zeit für Schule, um Werteerziehung zu implementieren und erlebbar machen zu können.
  • Basierend auf einem Diskurs von Politik und Gesellschaft die Verständigung auf einen gemeinsamen Wertekanon, der Orientierung für alle Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer und Eltern bietet.
  • Entschiedenes Handeln von der Politik, welches für die Bereitstellung der notwendigen Ressourcen, Rahmenbedingungen und Unterstützungsleistungen sorgt. U. a.:

-> die Einsetzung multiprofessioneller Teams,
-> den Ausbau von qualitativer, werteorientierter Ganztagsschule und
-> adäquate Voraussetzungen für die Erziehungspartnerschaft zwischen Lehrkräften und Eltern.

  • Ein verbessertes, intensiveres und standardisiertes Angebot von Veranstaltungen zur Werteerziehung in allen Phasen der Lehreraus- und -fortbildung, welches die intensive Auseinandersetzung mit dem eigenen Werteverständnis zum Ziel hat.
  • Die Bereitstellung einer zeitgemäßen technischen Infrastruktur an Schule, um einen reflektierten Umgang mit Medien als einem wichtigen Akteur bei der Wertevermittlung fördern zu können.
  • Ein verstärktes gesellschaftliches Engagement, welches außerschulische Angebote an Schule heranträgt und Lehrerinnen und Lehrer bei der Werteerziehung unterstützt.


Die ausführlichen Ergebnisse der forsa-Umfrage sowie weitere Informationen finden Sie unter www.vbe.de

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