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VBE Rheinland-Pfalz

Herbstschule: VBE Rheinland-Pfalz kritisiert Durchführung des Projekts ohne abgeschlossene Evaluation

18.09.2020

VBE Rheinland-Pfalz bemängelt Maßnahmenbeschluss von oben herab

In den bevorstehenden Herbstferien soll das Projekt der Sommerschule unter aktualisiertem Namen wiederholt werden. In den beiden Ferienwochen erhalten Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen 1 bis 8 auf freiwilliger Basis die Möglichkeit, Inhalte des Deutsch- und Mathematikunterrichts der vergangenen Wochen zu vertiefen. Beschlossen wurde die erneute Maßnahme ohne Mitbestimmung der Kommunen und Schulträger – sie stehen genauso wie die Schulen vor einer Zusatzaufgabe mit einem enormen finanziellen und zeitlichen Mehraufwand.

Oliver Pick, stellv. Landesvorsitzender und Leiter einer Grundschule, findet deutliche Worte: „Die versprochene Evaluation der Sommerschule liegt noch nicht einmal vor, schon wird sie als Erfolg gefeiert und ohne spürbare Nachsteuerung wiederholt. Die Sommerschule, so wie sie flächendeckend geplant war, hat nicht stattgefunden. Von über 20.000 Bedarfsmeldungen haben am Ende nur 1.300 Schülerinnen und Schüler das Angebot wahrgenommen.

Es ist bedauerlich, dass das Projekt nicht in allen Kommunen realisiert werden konnte, sodass das Lernangebot nicht überall und für alle verfügbar war. Auch die Begrifflichkeit ist irreführend: Schule bedeutet pädagogisch wertvoller, didaktisch durchdachter Unterricht von fachlich ausgebildeten Lehrkräften. Wenn Abiturienten, Studierende und andere ehrenamtliche Helfer vor den Kindern stehen, hat das mit Unterricht nichts zu tun – betreute Nachhilfe trifft es hier besser. Wo bleibt hier die Wertschätzung für Kolleginnen und Kollegen, wenn Schule scheinbar jeder kann?

Schülerinnen und Schüler, die an beiden Projekten teilnehmen, haben überdies bis zu den Weihnachtsferien 20 Wochen Lernen ohne Pause hinter sich – Schule bedeutet mehr als nur Lernen und Leistung. Der Verdruss ist doch hier schon vorprogrammiert! Zudem blieb der gewünschte positive Effekt auf Bildungsgerechtigkeit leider aus: An der Sommerschule haben mehrheitlich sehr gute bis gute Kinder und Jugendliche teilgenommen. Was Corona in Sachen Bildungsungleichheit verstärkt hat, vermögen weder Sommer- noch Herbstschule tatsächlich auszugleichen.

Die Sommerschule war und die Herbstschule wird durch die Hintertür eine Nebenaufgabe für Kommunen und Schulen, die sie zusätzlich zur besonderen Situation unter Corona-Bedingungen belastet. In der Vereinbarung des Bildungsministeriums mit den kommunalen Spitzenverbänden heißt es, das Land sei für die inhaltliche Organisation und pädagogische Betreuung verantwortlich – in einem Schreiben an die Schulleitungen werden wiederum Lehrkräfte aufgefordert, die Inhalte für die Schülerinnen und Schüler vorzubereiten, Schulleitungen sollen bei den Anmeldungen und der Suche nach Ehrenamtlichen helfen. Die Schulen dürfen keine zusätzliche Arbeit für Projekte der Schulträger und Kommunen erledigen – nicht durch die Hintertür und schon gar nicht zum Nulltarif. Wenn die Arbeitszeiten von Lehrkräften und Schulleitungen durch Mehrbelastung verändert werden, darf das nicht ohne Mitbestimmung der Personalvertretungen geschehen.“

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