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VBE Rheinland-Pfalz

IQB Bildungstrend: Geringere Leistungen in Deutsch und Mathematik

05.07.2022

VBE Rheinland-Pfalz: Das politische Versagen ist deutlich älter als Corona

Gerhard Bold: „Personelle Unterdeckung, dazu wachsende Aufgaben und zunehmende Heterogenität in den Lerngruppen. Wer die Herausforderungen an den Grundschulen seit Jahren ignoriert, muss sich nicht wundern, wenn das messbare Leistungsniveau sinkt.“

Die kürzlich von der Kultusministerkonferenz (KMK) vorgestellte Vorabauswertung des IQB Bildungstrend 2021 attestieren den Viertklässlerinnen und Viertklässlern geringere Leistungen in Deutsch und Mathematik im Vergleich zu den letzten Erhebungen aus den Jahren 2016 und 2011. Verantwortlich sind hierfür laut KMK die Schulschließungen und Unterrichtseinschränkungen während der Corona-Pandemie.

Gerhard Bold, Vorsitzender des Verband Bildung und Erziehung Rheinland-Pfalz, widerspricht dieser Schlussfolgerung: „Es ist nicht ehrlich seitens der Politik, als Grund für das rückläufige Leistungsniveau hauptsächlich auf die Einschränkungen durch die Corona-Pandemie zu verweisen. Die politisch Verantwortlichen verweigern den Grundschulen – trotz besseren Wissens – die Ressourcen, die sie für die Erfüllung ihres Bildungsauftrags benötigen.“ Anstatt die not-wendigen Hebel in Bewegung zu setzen und die grundlegenden Probleme wie den Lehrkräftemangel anzugehen, klebt die Politik Pflaster in Form von Programmen und Projekten.

„Es zeugt von bildungspolitischer Kurzsichtigkeit, wenn die Ständige Wissenschaftliche Kommission der Kultusministerkonferenz erst jetzt damit beauftragt wird, Lösungen für den lange bekannten Mangel an Lehrkräften zu entwickeln. Speziell in den Grundschulen ist es dem Engagement der Kolleginnen und Kollegen an den Schulen zu verdanken, dass das System Grundschule noch nicht kollabiert ist“, führt Gerhard Bold aus. „Wenn sich in den zentralen Problemfeldern in den Grundschulen nichts tut, ist es sicher, dass die nächste IQB-Studie noch schlechter ausfallen wird.“

Die Problematik beginnt jedoch schon in den Kitas, wie in der DKLK-Studie 2022 festgestellt wurde: Etwa 9000 Kitas mussten im letzten Jahr in über der Hälfte der Zeit in aufsichtspflichtrelevanter personeller Unterdeckung arbeiten. Die Kitas sind daher ebenfalls nicht in der Lage, die Kinder so auf den Schuleintritt vorzubereiten, wie es sinnvoll wäre. Vor diesem Hintergrund sind die Äußerungen und Schuldzuweisungen seitens des Philologenverbands völlig daneben. Sie zeigen erschreckend deutlich auf, dass man immer noch in Denkmustern von Schule aus dem letzten Jahrhundert verharrt und nicht mitbekommen hat, dass es der gemeinsame Auftrag aller Schulen ist, Kinder in ihrer gesamten Persönlichkeit zu fördern.

 
 
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