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VBE Rheinland-Pfalz

Schulpolitik: Bei fast 60% der Schulleitungen des Landes fällt das Bildungsministerium durch

26.11.2021

VBE Rheinland-Pfalz stellt repräsentative Befragung von Schulleitungen durch forsa vor

Lars Lamowski: „Die Politik ignoriert die Realität an den Schulen und bürdet den Schulleitungen immer mehr Aufgaben auf. Die Konsequenzen daraus könnten deutlich härter ausfallen, als die Verantwortlichen sich das momentan vorstellen. Bereits jetzt herrscht Schulleitungsmangel. Unsere Umfrage, die wir seit 2018 durchführen, zeigt einen klaren Negativtrend. Die Unzufriedenheit wächst, die Arbeitsbelastung ebenfalls. Viele Kolleginnen und Kollegen sind ernüchtert und es wäre kaum verwunderlich, wenn aus der inneren Kündigung bald Taten werden!“

In der repräsentativen Umfrage durch forsa, beauftragt durch den Verband Bildung und Erziehung in Kooperation mit FLEET Education Events, wurden bundesweit 1.300 Schulleitungen zu ihrer Berufszufriedenheit und zum Stand der Digitalisierung an den Schulen.

Lars Lamowski, stellvertretender Landesvorsitzender des VBE Rheinland-Pfalz, erklärt: „Die Ergebnisse zeigen eine sich stetig zuspitzende Situation: Immer mehr Aufgaben, immer weniger Zeit. Die Schulleitungen fühlen sich von der Politik alleine gelassen, dabei sind die Herausforderungen so groß, dass zwei Drittel den Beruf „wahrscheinlich nicht“ oder „auf keinen Fall“ weiterempfehlen würden. Der Aussage, dass sie ihren Job sehr gerne ausüben, würden nur noch 22 Prozent zustimmen, 2019 lag dieser Wert noch bei 61 Prozent!“

„Die drei größten Probleme an den rheinland-pfälzischen Schulen sind die Arbeitsbelastung, der Lehrkräftemangel und die überbordende Bürokratie“, ergänzt Oliver Pick, ebenfalls stellvertretender Landesvorsitzender des VBE Rheinland-Pfalz. „Die Politik erhält von den Schulleiterinnen und Schulleitern ein miserables Zeugnis: Note 4,5. Besonders bitter: Bei knapp 60% der Kolleginnen und Kollegen erhält die Schulpolitik die Note 5 oder gar 6. Das zeigt klar die Enttäuschung an den Schulen.“

Positiv fällt die Bewertung der digitalen Ausstattung an den Schulen aus. „Noch sind wir weit entfernt vom viel beschworenen Digitalisierungsschub, aber einen Ausstattungsschub können wir klar erkennen. Fast alle Schulleitungen haben laut Befragung Anträge auf Mittel aus dem Digitalpakt gestellt. Die Verfügbarkeit von Breitbandinternet konnte von 52 auf 61 Prozent gesteigert werden und Klassensätze an Tablets oder Smartphones für einige Klassen sind bei 86 Prozent der befragten Schulleitungen verfügbar“, so Pick.

Letztlich bleibt ein ungutes Gefühl bei der Sichtung der Zahlen zurück. Alle Mahnungen in Richtung der Politik scheinen nicht gehört zu werden. Wenn sich der Trend so fortsetzt, wird die Politik in ihrem kopflosen Streben, immer mehr Aufgaben an die Schule zu delegieren, ohne die notwendigen Ressourcen bereitzustellen, immer mehr Menschen in die innere Kündigung drängen oder gar zur Aufgabe des Schulleitungsamts zwingen. Der bestehende Schulleitungsmangel wird sich weiter verschärfen!


Dabei könnten so einfache wie gut umsetzbare Maßnahmen die Situation nachhaltig verbessern:

  • Mehr Zeit: durch Anrechnungsstunden, Leitungsstunden, durch Teamstrukturen, in denen die Übernahme von Funktionen angemessen vergütet wird.
  • Ausreichende Ressourcen: Für jede Aufgabe, die an Schule herangetragen wird, braucht es die dafür notwendige Ausstattung und das entsprechende Personal. Oder die Bereitschaft der Politik, der Gesellschaft zu erklären, dass manches Wünschenswerte zurzeit nicht geht, weil die Bedingungen in den Schulen es einfach nicht ermöglichen.
  • Unterstützung durch die vorgesetzten Behörden: Den Schulleitungen muss in Ihrer Arbeit vertraut werden. Seitens der Schulaufsichtsbehörde und des Ministeriums muss ihnen der Rücken gestärkt werden in Anbetracht der Herausforderungen, vor denen die Kolleginnen und Kollegen stehen.
  • Unterstützung durch Verwaltung: Die Schulleitungen müssen in ihren mannigfaltigen Verwaltungs- und Dokumentationspflichten entlastet werden. Hierfür müssen die Schulsekretariate entsprechend ausgestattet und personalisiert sein, damit die Schulleitungen ihrer eigentlichen Aufgabe nachkommen können: der Weiterentwicklung der Schule.

 
 
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