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14.08.2017: „Symbolpolitik ist noch kein Schulentwicklungskonzept.“

14.08.2017

Gerhard Bold: Alle Realschulen plus brauchen bessere Perspektiven VBE sieht die Zukunft in einem zweigliedrigen Schulsystem

„Alle Realschulen plus brauchen klare Zukunftsperspektiven - nicht nur die ´Leuchttürme´ unter ihnen. Dazu muss ihre Konkurrenzfähigkeit gegenüber den anderen weiterführenden Schularten insgesamt gestärkt werden. Das gelingt nur durch einen Ausbau nach oben, weil Eltern für Ihre Kinder nach der Grundschule alle Schulabschluss-Optionen offen halten wollen. Deshalb müssen auch Realschulen plus über ihre Fachoberschule die allgemeine Hochschulreife – das Abitur – anbieten können. Erst das schafft echte Konkurrenzfähigkeit.

Wenn Bildungsministerin Hubig heute in Nierstein die Realschule plus besucht, dann lernt sie eine hervorragende Schule kennen, die ihren Schülerinnen und Schülern zahlreiche Zusatzangebote bietet. Leider verfügen nicht alle Realschulen plus über solche Möglichkeiten. Deshalb verzerrt solch ein symbolträchtiger Besuch die schulpolitische Realität und kann ein klares Zukunftskonzept für Realschulen plus nicht ersetzen, zumal einige Standorte wegen mangelnder Nachfrage vor dem Aus stehen.

Für den VBE liegt die Zukunft des Schulsystems nach der Grundschule in einem zweigliedrigen System aus Gymnasien und einer weiteren Schulart, die - wie auch immer sie heißen mag, z.B. Gemeinschaftsschule á lá Saarland - alle Schulabschlüsse anbieten muss, also auch das Abitur.“
Der Landesvorsitzende der rheinland-pfälzischen Lehrergewerkschaft VBE, Gerhard Bold, äußerte sich heute in Mainz mit dieser Stellungnahme zum Besuch von Bildungsministerin Stefanie Hubig an der Carl-Zuckmayer-Realschule plus in Nierstein am ersten Schultag nach den Sommerferien. Diese Realschule plus bietet ihren Schülerinnen und Schülern ein umfassendes Programm.

Der VBE-Landeschef machte deutlich, dass die Option „Abitur“ an Realschulen plus nicht zwangsläufig zu mehr Abiturienten führe, und darum ginge es auch gar nicht. „Aber die Eltern entscheiden am Ende der Grundschule, und dann will die überwiegende Mehrheit für ihr Kind alle Möglichkeiten offenhalten. Dies hat sich in den letzten Jahrzehnten immer wieder gezeigt“, so Gerhard Bold. Deshalb hätte es die Realschule plus in der Konkurrenz mit den anderen Schularten Gymnasium und IGS leichter, wenn sie auch den Weg zur Universität eröffnen könnte. 

Der VBE-Landesvorsitzende wies darauf hin, dass in Rheinland-Pfalz viele Abiturientinnen und Abiturienten ihre Prüfung im Bereich der beruflichen Schulen ablegten. Dies könnte strukturell dazu genutzt werden, die Realschulen plus entsprechend auszubauen. Gerhard Bold: „Rheinland-Pfalz bietet hier wirklich gute Möglichkeiten.“

Mainz, 14. August 2017
PD 19/2017

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